1 Tipp für mehr Gelassenheit

Oder: Warum Gras auch nicht schneller wächst, wenn man daran zieht (25.04.2022)

Ich mag alle Jahreszeiten. Aber der Frühling ist meine liebste Zeit im Jahr. Ich mag es zu sehen, wie sich die Natur langsam verändert, wie alles erst einen leichten Grünschimmer bekommt und die ersten Hummeln ihre Erkundungstouren machen. Ich mag es, dass wir Menschen wieder mehr nach draußen gehen und die ersten Sonnenstrahlen mein Gesicht wärmen.


Und ich liebe es, mit dem Gärtnern anzufangen. Hätte mir das vor 10 Jahren jemand gesagt, hätte ich laut gelacht. Ich und gärtnern? Nee danke, lass mal. Hätte ich wohl gesagt. 


Heute ist es eins meiner liebsten Hobbys, kleine Samen in die Erde zu bringen, gespannt zu warten, bis sich die ersten zarten Pflänzchen zeigen und diese voller Aufregung zu begrüßen und mich an ihrem Wachstum zu erfreuen. Ist diese Welt nicht einfach erstaunlich? Ist es nicht erstaunlich, wie aus so einem kleinen Samen eine große Pflanze wachsen kann, die uns auch noch mit leckeren Früchten ernährt?


Genauso wie die Natur, brauchen auch wir Menschen Zeit zum Wachsen


Niemals würde ich beim Gärtnern auf die Idee kommen, das Wachstum der Pflanzen beschleunigen zu wollen. Oder gar an irgendwelchen Blättern ziehen, damit sie schneller wachsen. 


In meinem Leben konnte ich mich die letzten Wochen wieder dabei beobachten, wie ich versucht habe, an den Dingen und mir selbst zu ziehen. Wie ich mir Sorgen gemacht habe, ob bestimmte Projekte klappen. Wie ungeduldig ich war, wie ich mich angestrengt habe und unbedingt wollte, dass das, was ich mir vorgenommen, was ich geplant habe, auf jeden Fall funktioniert


Ist es nicht seltsam, dass wir der Natur alle Zeit der Welt lassen? Es völlig selbstverständlich finden, dass Pflanzen ihre Zeit zum Wachsen und Blühen brauchen. Dass wir die Samen setzen, regelmäßig gießen und völlig darauf vertrauen, dass die Pflanzen wachsen und an die Oberfläche kommen werden, wenn sie so weit sind


Und ich habe mich wieder gefragt, warum mir etwas, dass mir beim Gärtnern ganz leicht fällt, bei mir selbst so schwer fällt. Warum ich immer wieder dahin komme, dass ich Dinge anders haben möchte, dass ich möchte, dass alles schneller geht, dass ich mich doll anstrenge, um dann wieder festzustellen, dass es überhaupt nichts bringt, an den Dingen zu ziehen. Sondern dass manchmal die Zeit einfach noch nicht reif ist. Dass ich vielleicht noch gar nicht bereit bin. Oder dass das Leben manchmal einfach andere Pläne hat als ich.  


Erinnere dich daran, dass alles im Leben seine Zeit hat

Wenn es dir also auch gerade so geht, dass du ungeduldig bist, an den Dingen in deinem Leben ziehst und dir alles viel zu langsam geht, dann atme durch. Lehne dich zurück, schau in die Natur. Und erinnere dich daran, dass dein Leben sein eigenes Tempo hat. Und dass Veränderung immer beides braucht: Vertrauen gleichermaßen wie Aktion
 

Genauso wie Pflanzen brauchen wir Licht, Pflege & Zeit zum Wachsen. Genau wie die Natur, dürfen wir uns Zeit nehmen, um uns auszuruhen. Und genauso wie die Natur haben wir alle unser eigenes Tempo

Es gibt also keinen Grund, dich selbst anzuzweifeln. Deinen Wert anzuzweifeln. Weil dieser nicht davon abhängt, wieviel du leistest. Oder welche Projekte du erfolgreich umsetzt. Oder welchen Titel du hast.


Weil du jetzt schon wertvoll bist. So, wie ich auch. So, wie jeder andere Mensch auf der Welt.